Brunello Annata 2021
Brunello di Montalcino 2021 deutet vieles von dem an, was Liebhaber an großen Jahrgängen schätzen: Reife ohne Schwere, Struktur ohne Härte und eine bemerkenswert klare, klassische Linienführung. Decanter beschreibt die neuen 2021er als „intense“ und zugleich überraschend ausgewogen, mit „solid ageing potential“. Auch James Suckling urteilt ungewöhnlich deutlich und nennt den Jahrgang schlicht „exceptional“. Das ist ein starkes Signal für eine Annata, die schon jetzt als besonders vielversprechend gilt.
Stilistisch scheint 2021 damit weder die warme Fülle von 2017 noch die feiner gearbeitete Schlankheit von 2018 zu kopieren, sondern eher beides auf überzeugende Weise zusammenzuführen. James Suckling spricht von einem „unmistakably classical“ Charakter der Weine, während Decanter ihre Intensität und Balance hervorhebt. Das legt einen Brunello-Jahrgang nahe, der Duft, Frische und Tiefe verbindet, ohne ins Überreife oder Gemachte zu kippen. Gerade für Brunello ist das die spannendste Kombination: Kraft, die nicht drückt, und Eleganz, die nicht dünn wirkt.
Dass 2021 außerdem schon im Handel mit langem Reifepotenzial auftaucht, passt zu diesem Eindruck. Bei superiore.de werden einzelne 2021er bereits mit Lagerhorizonten bis weit in die 2040er Jahre geführt, etwa mit „2047+“ oder „2049+“. Das ersetzt keine Jahrgangsanalyse, unterstreicht aber den Eindruck eines strukturierten, langlebig angelegten Brunello-Jahres. Als Schlussstein eurer kleinen Reihe wirkt 2021 deshalb sehr stimmig: ein Jahrgang mit klassischer Anmutung, klarer Substanz und dem Potenzial, sich zu den besonders starken Annate der jüngeren Zeit zu zählen.
