Siro Pacenti

Ein Pionier und Erneuerer des Brunello

Im Familienbetrieb Siro Pacenti unterwirft man sich keinen traditionellen Zwängen.

Giancarlo Pacenti eilt der Ruf voraus, einer der Superstars im Weinanbaugebiet des Brunello zu sein. Da der Winzer jedoch ein bescheidener Mensch ist, würde er sich selbst vermutlich eher als “Sternchen” bezeichnen. Ohnehin lässt der Direktor von Siro Pacenti lieber seine prächtigen Weine für sich sprechen, die er aus äußerst geringen Erträgen keltert. Klein, heißt in diesem Fall aber auch fein: Denn da erreicht dann mal ein Rosso di Montalcino ein Niveau, das der eine oder andere Erzeuger noch nicht einmal mit einem Brunello erreicht.

Die Weine von Siro Pacenti werden beinahe jedem Weingeschmack gerecht. Ob Liebhaber traditioneller oder modernisierter Gewächse – die edlen Tropfen begeistern eine sehr große Fangemeinde. Seit mehr als 20 Jahren führt Giancarlo Pacenti den väterlichen Betrieb mit großer Leidenschaft und profundem Fachwissen. Dem als absoluten Perfektionisten bekannten Betriebsleiter gebührt zum Beispiel das Verdienst, Terroir, Trauben und Kellertechnik immer in ihrem Zusammenspiel und als Einheit zu betrachtet zu haben. “In den 1990er Jahren Symbolfigur für eine neue Stilistik, die dem Brunello einen zugänglicheren Charakter verschreibt, war er auch ein wichtiger Erneuerer in der Landbearbeitung und Kellertechnik”, urteilt der renommierte Weinführer Gambero Rosso.

Giancarlos akribische Sorgfalt bei der Auswahl der Trauben und der Pflege der Weinberge gelten geradezu als vorbildlich. Der Familienbetrieb ist Vorreiter beim Einsatz von Barriques für den Brunello-Ausbau und zählte zudem zu den ersten Erzeugern in dem toskanischen Anbaugebiet, die Lagenweinen eine größere Bedeutung beimaßen. Dass Giancarlo nichts dem Zufall überlässt, zeigt sich zum Beispiel darin, dass er die Flaschen ausnahmslos mit teuren, dafür aber optimalen Korkenverschlüssen versieht.

Seit 1988 werden die Weine von Siro Pacenti unter eigenem Label produziert. Ein Drittel der 60 Hektar umfassenden landwirtschaftlichen Fläche bleiben dem Getreideanbau vorbehalten, weitere 20 Hektar sind mit Wald und Olivenbäumen bestanden. Von den gut 20 Hektar Rebfläche sind allein 18,5 Hektar für Brunello registriert. Die Weingärten von Siro Pacenti befinden sich auf zwei gegenüberliegenden Hängen der Anbauzone und sind in sieben Parzellen aufgeteilt. Zwar liegen sie in Pelagrilli im Norden und am Asso-Bach im äußersten Südosten an entgegengesetzten Standorten. Doch die dort gedeihenden Trauben sind allesamt von gleich hoher Qualität, ohne dass sie ihren individuellen Charakter verlören. Die bei der Kelterung vermischten Sangiovese-Gewächse ergeben fruchtige Brunelli und Rossi von großer Konzentration.

In der teils unterirdischen Kellerei wurden nicht nur seit den 1980er Jahren sämtliche Aspekte der Brunello-Bereitung durchleuchtet. Vielmehr führten selbst vorgenommene Tests und Feinjustierungen auch dazu, dass für die Maischung neue Gärbehälter entwickelt wurden. Der technisch hochmodern ausgestattete und in der Toskana wohl fast einzigartige Weinkeller wird von Brunello-Genießern zu Recht als eine Art Kathedrale bewundert. (mh)

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